Gastbeitrag aus der Karibik

Liebe Blog-Leser!

Heute schreibe mal nicht ich etwas über New York City, sondern Jörg - ein Bloggerkollege - darf zu Wort kommen und über sein Leben in Tobago erzählen.

Falls ihr nicht wisst, wo Tobago liegt. Es liegt in der Karibik und ich habe euch mal zwei Bilder von Google Maps miteingefügt.

Jörg hat mich angeschrieben und gefragt, ob wir nicht gegenseitig jeweils einen Gastbeitrag auf dem Blog des anderen schreiben wollen und ich habe eingewilligt. Jörg und ich könnten locker sagen, dass wir an Orten leben, die als Traumziele schlecht hin gelten. Doch was ist da genau dran, sind Tobago und New York City wirklich so traumhaft? Was ist Traumvorstellung und was Wirklichkeit?

Über seine persönlichen Erfahrungen erzählt euch jetzt Jörg:

Ich heiße Jörg Kilian, bin 1968 in Kassel geboren, dort aufgewachsen, habe im schönen Bamberg studiert und darf mich seit 1994 Diplom-Politologe nennen. Längere Auslandsreisen führten mich u.a. nach Israel, Ägypten und Australien. Seit dem Jahre 2000 lebe ich auf Tobago, habe einen wundervollen Sohn und bin im Tourismus tätig. Ich liebe das Joggen am Strand, lese und schreibe gerne und freue mich auf die Aufenthalte in meiner deutschen Heimat. Ich bilde mich ständig fort. So lasse ich mich momentan zum Geldwäscher und Kaffeesatzleser ausbilden! – Für alle, die mich (noch) nicht so gut kennen: Die Aussage zu meiner Fortbildung ist natürlich nur ein Scherz – könnte aber zu Tobago passen. ;-)

Zum Urlaub oder zum Auswandern nach Tobago?

Tobago ist eine landschaftlich wunderschöne Insel in der Karibik mit einsamen Traumstränden, tropischem Regenwald und romantischen Sonnenuntergängen. Wenn ich Urlaubsgäste am Flughafen in Tobago abholte, die über meine Website eine Unterkunft gebucht hatten, bin ich wiederholt mit den Worten begrüßt worden: „Ihnen scheint es hier ja gut zu gefallen. Sie wollen hier bestimmt nicht mehr weg!“

Vielleicht haben mich tatsächlich einige Gäste darum beneidet, in einem Land zu leben, in dem es immer warm ist und das einen vor allem an Bacardi-Werbung zu erinnern scheint. Die Tatsache, dass in Tobago sprichwörtlich nicht immer die Sonne scheint, habe ich nach meiner Auswanderung in die Karibik vor 15 Jahren allerdings schnell bemerkt, aber noch einige Jahre erfolgreich verdrängt.

Ich freue mich aber sehr darüber, wenn Urlaubsgäste und Tagesbesucher vom Kreuzfahrtschiff in Tobago eine schöne Zeit verleben, an die sie sich zuhause gerne erinnern. Das Leben in einem so exotischen Land unterscheidet sich aber sehr vom Alltag in Mitteleuropa und bietet Herausforderungen, die ich mir zu Beginn nicht einmal im Traum vorstellen konnte. Vor allem hatte ich den Fehler begangen, dass ich vieles für selbstverständlich hielt, was ich von Deutschland her kannte, und ich mir gar nicht vorstellen konnte, wie anders Tobago wirklich ist. Vor meiner Auswanderung bin ich vor allem durch entwickelte, westliche Länder gereist – mit Ausnahme von Marokko und Ägypten als Rucksacktourist – und so hielt ich Rechtssicherheit, eine funktionstüchtige Polizei, ein verhältnismäßig geringes Maß an Korruption und auch einen relativ hohen Grad an Solidarität und Friedfertigkeit innerhalb einer Gesellschaft für ziemlich selbstverständlich.

Tobago war dann ganz anders. Was zunächst ein wenig abstrakt wirken wird, beschreibe ich anschaulich in meinem Blog in bisher mehr als 300 Artikeln. In beruflicher Hinsicht hatte ich großes Glück, mir durch selbstständige Tätigkeiten einen Lebensunterhalt verdienen zu können, denn Angestelltenlöhne sind sehr niedrig. Als Ausländer ist es fast unmöglich, eine Stellung im aufgeblähten öffentlichen Sektor zu finden - so können sich gute Qualifikation, Arbeitseifer und Integrität mitunter auch negativ auf die eigenen Chancen am Arbeitsmarkt auswirken. In privater Hinsicht geriet vor allem die Trennung von der Mutter meines Sohnes zu einer Bewährungsprobe. Aufgrund kultureller Unterschiede zu Einheimischen und einer gewissen Exzentrik von einigen deutschsprachigen Auswandern ist es nicht immer einfach für mich, mir einen Freundeskreis aufzubauen.

Beim Streit um das Sorgerecht für meinen Sohn konnte ich dann erleben, wie die Richterin ein Gutachten teilweise zensierte, und „vergaß“, ein anderes Gutachten, das zu meinem Vorteil ausfiel, an die Parteien auszuhändigen. Dieser Frau habe ich zu verdanken, dass ich Trinidad und Tobago nicht weiter verkläre und schönrede. Ich konnte meine Wurzeln als Politikwissenschaftler wiederentdecken und beschreibe das Land in meinem Blog auf wissenschaftliche, aber auch auf möglichst persönliche und humorvolle Art und Weise.

Und so schön Tobago landschaftlich auch sein mag, ich freue mich bereits sehr darauf, wieder in Deutschland zu leben.

Weitere Informationen über mich findet ihr auf meinem Blog und auf meiner Facebookseite.

Ich würde mich freuen, wenn ihr Lust habt mal vorbei zu schauen.

Sonnige Grüße aus Tobago,

Jörg

 

Jetzt melde ich (Kati) mich noch mal kurz zu Wort. Ich dachte es wäre mal ein interessanter Einblick in so eine ganz andere Welt. New York City ist groß, voll und laut und Tobago scheint da ganz das Gegenteil. Meinen Bericht findet ihr auf Jörgs Blog unter folgendem Link: http://www.caribean.de/tobago-blog/kati-in-new-york-gastbeitrag/

Viel Spaß beim Lesen! :-)

Ganz liebe Grüße, eure Kati

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