Keine Angst

Hallo liebe Blog-Leser!

Im März waren meine Mutter und jünste Schwester zu Besuch und neben Sighseeing machen in New York und bei Michael's einkaufen (das ist ein großer Bastelladen), waren wir auch in Connecticut auf einem Kindergeburtstag. Eine befreundete Familie aus meiner Kirchengemeinde hat mich zum zweiten Mal für einen Kindergeburtstag engagiert.

Das läuft dann so, dass das Geburtstagskind und seine Eltern sagen dürfen was für Bastelprojekte sie sich wünschen und ich etwas zu diesem Thema designe und kindergerecht vorbereite. In dem Fall war der Wunsch "Disney Tsum Tsums" und ich wusste erst mal gar nicht was das sein soll. Aber als ich dann nachforschte, wusste ich doch was sie sind (der Disney Store ist ja nicht umsonst mein Lieblingsladen am Times Square!). Es sind Kuscheltiere, die man aufeinander stapeln kann. Laut Wikipedia kommt das Wort "Tsum Tsum" vom japanischen Wort "tsumu" das soviel bedeutet wie "stapeln" bzw. "stapeln zu einer Pyramide". Auf den Bildern könnt ihr mal die Tsum Tsum Sammlung von den Kindern meiner Freunde sehen (ungestapelt).

Ich habe Renee (so heißt das Mädchen) gefragt, was ihre Lieblingscharaktere sind und das war ungeschlagen Winnie Pooh. 

Die Winnie Pooh Karte und die personalisierten Ferkel Lesezeichen haben wir gebastelt und die I-Aah Karte war mein Geschenk für Renee.

Es waren acht Kinder und drei Teenager. Daniel und meine Schwester Sonja haben mich unterstützt und das war echt gut. Die Kids waren alle im Grundschulalter und da muss man mehr helfen und darauf achten, dass Kleber und Tinte aufs Papier kommt und nicht nur an die Hände und Klamotten. ;-)

Hier seht ihr einige Werke der Kinder.

Mein aller erstes Tsum Tsum

Ich bekam auch eine kleine Geschenktüte mit meinem ersten Tsum Tsum drin. Ich hatte keine Ahnung was dieses "Tierchen" sein soll. Da merke ich dann wie hinterher ich in manchen Bereichen bin. Also sagten mir die Kinder, dass es "Angst" vom Disney Film "Alles steht Kopf" ist. (Vermerk: Den Film muss ich noch umbedingt anschauen!)

Erst dachte ich "Oh man warum konnte ich nicht das süße Ferkel kriegen, sondern Angst?!", aber dann fand ich Angst doch ganz gut. Ihr müsst nämlich wissen, dass ich ganz oft ängstlich bin und dann Sachen nicht mache, nur aus Angst was passieren könnte oder was andere Leute denken. Irgendwie ist das ja total verrückt und vielleicht denkt der eine oder andere von euch "Du hast Angst? Du bist du mit allem Hab und Gut nach New York ausgewandert, du bist du sowas von mutig!". Und ja, mutig zu sein ist auch ein Teil von mir. Wenn ich etwas richtig will, dann bin ich unglaublich mutig, aber die Angst ist mein ständiger Begleiter. Und sie hat ja auch tatsächlich ihre Berechtigung. Sie will mich nur vor dem Unbekannten schützen. Doch wenn ich sie lasse, dann würde sie mich ständig einschränken vor lauter beschützen wollen hier und da.

Ich hatte zum Beispiel Angst vor diesen zwei Workshops, die ich bis jetzt bei dieser Familie halten durfte. Fragen wie "Kann ich so viele Kinder auf einmal unterrichten?", "Wird es den Kindern und Eltern gefallen, was ich mir ausgedacht habe?", "Was ist wenn sie mir auf der Nase herumtanzen?" kamen mir in den Sinn. Auf der anderen Seite natürlich auch "Mensch, das wäre doch total super für mein Business!". Und das Verrückte ist, dass ich ja seitdem ich 21 war immer mit Kindern, Teenagern und Jugendlichen gearbeitet habe und das mir total liegt. Ich weiß wie man das macht und ich weiß eigentlich auch, dass ich das kann.

Ihr wisst ja schon, dass ich das jetzt alles schon hinter mir habe. Und beide Workshops sind sehr gut gelaufen. Schließlich hätte mich die Familie nicht noch mal gebucht, wenn ihnen meine Arbeit nicht gefallen hätte! Aber wenn ich auf meine Angst gehört hätte, dann hätte ich mich da nie rangewagt. Schon der Prozess mir diese Tsum Tsum Karten auszudenken war echt eine Herausforderung, weil Cartoon Charaktere einfach nicht zu meinem sonstigem Repertoire gehören. Und sobald etwas auf mich zukommt, das neu ist und außerhalb meiner Komfortzone, dann wird der Widerstand stark. Alles ist schwieriger und ich kann mich schwerer aufraffen.

Aber wenn ich mich dann doch drauf einlasse, dann erlebe ich Neues - Neues über die Welt und über mich und was ich kann. Ja, und jetzt weiß ich wie man Tsum Tsum Karten basteln kann und auch wie ich es anderen beibringen kann. Dieser Gedanke und das Wissen "ich kann was und ich weiß, dass ich es kann" ist ganz viel wert! Und das ist ja nur eine kleine Beispielgeschichte. Nach New York zu ziehen und hier zu (über)leben ist noch mal eine andere Stufe und auch Theologie zu studieren war eine ganz andere Sache.

Als ich im Januar in Deutschland war und alleine zurück nach NYC fliegen musste, weil Daniel schon 1,5 Wochen vorher zurückgeflogen war, hatte ich sowas von Angst! Das ist total verrückt, denn mit 21 bin ich alleine für ein ganzes Jahr nach Argentinien gegangen und später ganz alleine nach Chicago und South Dakota. Bevor ich Daniel mit 28 kannte habe ich immer alle Abenteuer alleine gemacht und überlebt und bin dadurch gewachsen. Und dann irgendwann habe ich nicht mehr so viel Großes alleine gemacht und dann hat sich die Angst eingestellt. Dieses kleine lilane Kuscheltier, das es eigentlich gut mit mir meint und mich schützen will. Aber ich muss nicht vor allem beschützt werden! Es gibt auch ganz viele Sachen, die muss ich tun - manchmal zusammen, manchmal alleine. Raus aus meiner Komfortzone, hinein in die unbequeme Spannung der Ungewissheit. Für die kleinen und die großen Dinge des Lebens. Wenn man nicht regelmäßiges Neues wagt, dann nimmt die Angst überhand und man wagt sich gar nichts mehr und das will ich nicht! Ich weiß, dass ich wachsen will. Ich will nicht da stehen bleiben wo ich mich grade befinde.

Wollt ihr wissen wovor mich meine Angst jetzt grade warnt? Davor wirklich raus zu gehen und einen Online Shop zu eröffnen. Das macht mir sowas von Angst, denn: "Was wenn keiner kaufen will, was ich anzubieten habe?" Aber ich will es dennoch tun. Ich nehme meinen kleinen lilanen Freund (er meint es ja nur gut mit mir und sitzt jetzt auf meinem Schreibtisch) an die Hand und dann versuchen wir uns durch die ganzen Herausforderungen zu schiffen. Und wenn es dann soweit ist, dann seid ihr die ersten die von der Eröffnung hören - und wehe ihrkauft nichts! ;-P

Wenn es eine Sache in eurem Leben gibt, wo eure Angst euch zurückhält, dann denkt noch mal drüber nach, ob es euch wirklich schützt oder vielleicht zurückhält vor einem neuen Wachstumsschritt. Und wenn es letzteres ist, dann traut euch! Wenn ich das kann, dann könnt ihr das auch!

Seid alle ganz lieb gegrüßt, eure Kati

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