Kurzes Interview bei My Expat Days

Hallo liebe Blog-Leser!

Heute gibt es ein kleines Schmankerl für euch als deutsche Leser. Juliane Tranacher vom Blog "My Expat Days" hat mich um ein Interview gebeten. Es ist kurz und knackig und ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

(Nachtrag: Da Juliane ihren Blog zurzeit wegen anderen Prioritäten auf Eis gelegt hat, findet ihr das Interview in diesem Blogbeitrag unten.)

Folgt einfach dem Link: Interview mit Katharina W. Carrapa

Habt ein sehr schönes Wochenende!

Liebe Grüße, eure Kati

Name: Katharina Walter Carrapa
Alter: 33 Geburtsort: Bamberg (Oberfranken)
Beruf: Künstlerin und Evangelische Theologin
In New York seit: September 2014
Wohnviertel: Queens


Warum bist du nach New York gekommen?
Ich habe von 2009 bis 2010 zwischen Bachelor und Master in den USA gelebt, zunächst in Chicago und dann in einem Indianerreservat in South Dakota. Nach dem Master hatte ich einen ganz starken Wunsch, wieder in die USA zurück zu gehen. Da ich gläubiger Christ bin, habe ich meinen Wunsch Gott anvertraut und einige Wochen später hat sich für meinen Mann Daniel die Chance ergeben, eine Stelle in London, Singapur oder New York anzunehmen. Wir haben uns für New York entschieden – meinetwegen. Deshalb sind wir in New York, obwohl keiner von uns beiden vorher jemals hier gewesen ist und wir auch niemals eine NYC-Begeisterung hatten.

Woran arbeitest du gerade?
Ich arbeite an ganz unterschiedlichen Sachen. Zum einen baue ich weiter Kontakte in NYC auf – sowohl freundschaftliche, als auch berufliche. Zum anderen habe ich einen Blog – www.heartfullydone.com –, den ich sowohl auf englisch als auch auf deutsch betreibe. Außerdem bin ich Künstlerin und stelle Papeterie-Waren her. In diesem Rahmen habe ich gerade zwei neue Kartenkollektionen designt, die ich kommende Woche einer Firma in Manhattan vorstellen werde. Und schließlich veranstalte ich regelmäßig Workshops, auf denen ich anderen zeige, was man aus Papier und Karton alles zaubern kann.

Was ist dein Lieblingsort in New York?
Einer meiner Lieblingsorte – denn natürlich habe ich mehr als einen – liegt ganz in der Südspitze Manhattans im Battery Park direkt am Wasser. Da gibt es Holzbänke mit Blick auf die Freiheitsstatue. Man kann sehen, wie die Fähren ablegen und nach Staten Island, Liberty Island und Ellis Island tuckern. Außerdem sind dort viele Kräutersträucher angepflanzt und es riecht herrlich nach Lavendel und Minze. Dorthin kommen auch Touristen, aber die nehmen ja meistens Kurs auf die Fähren und verirren sich nicht all zu oft zu den Bänken. Für New York City Verhältnisse ist es dort also ruhig(er) und idyllisch.

Kannst du dir vorstellen, für immer hier zu bleiben?
„Für immer“ – wow, das ist ziemlich stark! Das weiß ich noch nicht. Mein Mann Daniel und ich können uns aber gut vorstellen die nächsten fünf bis zehn Jahre hier zu bleiben. Es ist bei uns ein Ringen mit unseren Familien. Denn meine lebt in Deutschland und Daniels in Portugal und wir fühlen uns sehr oft zerrissen. Aber dieses Jahr kommen uns unsere Eltern besuchen und ich bin sehr gespannt, was sie sagen und ob sie dann besser annehmen können, dass wir so „ab vom Schuss“ leben.

Was macht dir Angst in New York?
Angst machen mir manchmal die Schlagzeilen über Gewaltverbrechen in bestimmten Stadtteilen. Deshalb muss ich aufpassen, dass ich nicht zu viele solche Nachrichten lese bzw. mir solche Geschichten erzählen lasse. Denn diese Angst lähmt mich und ich kann nicht mehr im Hier und Jetzt sein. Es ist mir klar, dass Mord, Totschlag und Vergewaltigung in solch einer großen Stadt an der Tagesordnung sind, aber ich muss das auf Abstand halten. Nur so kann ich meinem Alltag sorglos gestalten kann ohne Angst die Wohnung verlassen.

Was können sich Deutsche von Amerikanern abschauen?
Ich als Deutsche kann mir abschauen, dass ich für meine Wünsche kämpfe und nicht aufgebe. Das heißt, ich will – auch wenn eine Situation schlecht aussieht – bis zum Äußersten kämpfen. Dieser Gedanke hat natürlich viel mit dem American Dream (Vom Tellerwäscher zum Millionär) zu tun, aber diesen Kampfgeist möchte ich in mein Leben implizieren.

Und umgekehrt?
Ich wünschte, hier in New York würde Qualität wichtiger sein als Quantität. Das gilt insbesondere für den Straßenbau und U-Bahnsteige. Die Straßen in NYC haben riesige Schlaglöcher und sobald ich unterirdisch bin, stellt sich mir jedes Mal die Frage, wann das alles zusammenstürzen wird.
Ähnliches gilt auch für die menschlichen Beziehungen. Wenn mir jemand sagt „Oh ja, lass uns treffen, ich melde mich bei dir und wir machen was aus!“, dann möchte ich mich darauf verlassen können, dass die Person sich auch meldet. Wenn ich dann aber wochenlang nichts höre oder sogar plump abgebügelt werde, dann ärgert mich das. Ich habe den Eindruck, dass Deutsche da zuverlässiger sind und nicht so oberflächlich freundlich, nur weil man nicht ehrlich sein möchte. Mir ist ein ehrliches „Nein“ lieber, als ein unehrliches „Ja“.

Wann hat dich New York das letzte Mal glücklich gemacht?
New York hat mich letzten Samstag sehr glücklich gemacht, als ich den Broadway entlang gelaufen bin und plötzlich ein Theater mit großem „School of Rock“-Plakat gesehen habe. Ich liebe diesen Film und habe ihn zig mal mit meinen Geschwistern angeschaut. Und dann laufe ich da entlang und BÄNG sehe ich, dass das Musical gerade neu rausgekommen ist und zum Greifen nah für mich! Leider fehlen jetzt nur noch meine Geschwister, die in Deutschland und Thailand leben und nicht so einfach vorbei kommen können. Aber die Vorstellung, dass wir da zu viert sitzen und eine super Zeit zusammen haben und mitsingen, hat mich total glücklich gemacht.

Ich freue mich, dass du meinen Blog entdeckt hast. Wenn du gerne neue Blogbeiträge direkt zu deiner Emailadresse geschickt bekommen möchtest, dann lade ich dich ein den heartfully done Blog in Deutsch kostenlos zu abonnieren

Noch Lust auf kleinere Häppchen zwischendurch?
Dann folge mir über Social Media.