Thanksgiving in New York

Hallo liebe Blog-Leser!

Am Donnerstag, den 26.11 war hier in den USA Thanksgiving. Weil das hier ein nationaler Feiertag ist, hatte Daniel frei und ich habe mir gewünscht, dass wir zusammen mit Freunden feiern.

Unsere Gäste waren Felicia und Johannes, Konni und Britta. Alle aus Deutschland und so haben fünf Deutsche und ein Portugiese zusammen das amerikanische Thanksgiving in New York gefeiert (es ist eigentlich sogar noch internationaler, weil Felicia halb Italienerin ist und Johannes halb Däne).

Gesucht und gefunden

Ich habe Felicia und Konni über diesen Blog kennengelernt. Sie haben meinen Blog übers Internet entdeckt und mich angeschrieben. Feli und Johannes leben seit Januar 2015 in New York und Konni seit September. Britta lebt in Deutschland, war aber grade bei Konni zu Besuch. An dieser Stelle möchte ich mich noch mal ganz herzlich bei Britta bedanken, die uns Lebkuchen, Stollen und Glühweingewürz aus Deutschland mitgebracht hat, dass ich auch geschmacklich in die Adventszeit reinkomme. Danke Britta! Ich freue mich jeden Tag, wenn ich davon esse (die Lebkuchen sind schon alle weg, aber den Stollen rationiere ich mir). Geglühweint haben wir am 2. Advent und es hat ganz wunderbar geschmeckt.

Im Uhrzeigersinn: Daniel, Konni, Britta, Katharina, Felicia und Johannes

Movember

Falls ihr euch wundert weshalb Daniel einen Schnurrbart trägt... das hat mit der Aktion "Movember" (Wortspiel von Mustache - Schnurrbart - und November) zu tun. "Movember" ist eine jährliche Wohltätigkeitsaktion, um ein stärkeres Bewusstsein für Krebs bei Männern zu schaffen. Die Männer, die daran teilnehmen lassen sich für die 30 Tage des Novembers einen Schnurrbart wachsen (es muss ein Schnurrbart sein, nicht einfach ein Bart!). Dadurch fallen sie natürlich auf und sind wandelnde Werbeanzeigen. Freunde und Bekannte können Geld spenden, das für Initiativen für Männergesundheit genutzt wird. Den ganzen November hat sich Daniel diesen Schnurrbart wachsen lassen und $140 Spenden gesammelt (und mich mit seinem Schnurrbart zu Flachwitzen und Kitzelgekicher animiert).

Thanksgiving

Das amerikanische Thanksgiving ist nicht wie unser deutsches Erntedankfest. In den USA ist es nach Weihnachten der größte Feiertag, den man mit der Familie verbringt. Wenn ihr mehr über die Geschichte und Tradition lesen möchtet, dann empfehle ich euch diesen Wikipedia Artikel. An Thanksgiving geht es einerseits um die Dankbarkeit und anderseits ums Essen. Und zwar um sehr viel Essen! Dieser Blogbeitrag soll beide Komponenten beinhalten. Und ich fange mit dem Essen an. ;-) (ihr kennt mich doch!)

Der Truthahn

Der wichtigste Teil des Essen ist der Truthahn! Wir haben unseren ca. 2 Wochen vorher tiefgekühlt bei Aldi gekauft (ihr wisst ja der Schwabe in mir kauft am liebsten bei Aldi ein). Obwohl wir nicht bis auf den letzten Drücker gewartet haben, war es der letzte in der Tiefkühltruhe. Dieser riesige Vogel hat 8,5 kg gewogen! Man musste ihn 5 Tage vorher im Kühlschrank auftauen lassen. Am Donnerstag war der Festschmauß und so kam der Truthahn am Samstagfrüh in den Kühlschrank. Vielleicht fragt ihr euch, wie man so einen großen Vogel zubereitet? Das habe ich mich natürlich auch gefragt und Dank Pinterest und YouTube habe ich es gelernt. :-) Was man tun soll und was man auf keinen Fall tun darf. Wir haben in etwas abgewandelter Form dieses Rezept nachgemacht: Klick. (Ich habe noch Orangen dazugegeben, um eine süßere Note zu bekommen).

Unser 8,5 kg Truthahn nachdem er ca. 4 Stunden im Ofen war.

Da liegt er das Prachtstück! Das hat sowas von köstlich in der ganzen Wohnung gerochen! Unter die Haut und auf die Haut kam eine ganz leckere Kräuterbutter bevor der Vogel in den Ofen kam. Die bestand aus großzügig Butter und frischem Salbei, Rosmarin, Thymian, Knoblauch und ein bisschen Salz. Diese Butterschicht gibt dem Truthahn Geschmack und schützt ihn vorm Austrocknen im Ofen. Schaut euch das Video an, dann versteht ihr das alles besser und könnt es auch mal nachmachen - wenn ihr euch traut! ;-)

Daniel war derjenige, der den Truthahn tranchieren durfte.

Hier ein Bild vom "Making of". Daniel und ich in unseren portugiesischen Schürzen (haben wir zur Hochzeit bekommen). An den Oberschränken seht ihr einen Teil der Rezepte kleben, denn alle Ablageflächen waren besetzt. Rechts von uns bereiten Johannes und Felicia, den Salat vor den sich mitgebracht haben.

Und ihr seht es herrschte gute Stimmung. :-)

Konni und Britta standen gleich nebenan und konnten einfach zuschauen und quatschen, weil sie ihre Mais Muffins und Maiskolben schon fertig zubereitet mitgebracht hatten. (Fehlt eigentlich nur noch jemand mit einem roten Kleid zwischen den beiden fällt mir grade auf ;-)

Die beiden waren übrigens vorher noch in Manhattan bei der Thanksgiving Parade und haben sich viele von den großen Luftballons angesehen.

Das Säbelzahnhörnchen von Ice Age - und auch hier jagt es der Eichel hinterher. ;-)

Sponge Bob

 

Der Tisch ist gedeckt

Und los geht's mit dem Festschmauß!

Als kleine Gastgeschenke habe ich winzige Pumpkin Pies (Kürbiskuchen) gebacken und noch eine niedliche Truthahnverpackung gebastelt.

Das Geschirr, das ihr hier seht habe ich von meiner Oma mütterlicherseits geerbt und es ist zum allerersten Mal zum Einsatz gekommen. Ich fand es immer ganz toll es zu haben und habe lange auf einen passenden Anlass gewartet und mit Thanksgiving und vier Gästen war es dann soweit.  Das hat mich echt sehr glücklich gemacht, dass das Hutschenreuther Porzellan endlich seinen Auftritt hatte. :-)

 

Vorspeise

Felicia hat wohl das kalorienärmste und gesündeste von allem gemacht. Einen ganz leckeren Salat mit Babyspinat, Datteln, Äpfeln, gerösteten Sonnenblumen- und Kürbiskernen, Käsehobeln und einem Currydressing. Liebe Feli vielen Dank für den leckeren Salat und dass du an unsere Gesundheit gedacht hast! :-)

 

Hauptspeise

Der Truthahn auf der Servierplatte - dunkles und helles Fleisch. Für jeden war etwas dabei. Dahinter seht ihr die Sauce.

 

Füllung

Manche Leute machen die Füllung direkt in den Truthahn und holen sie danach raus und essen sie. Wir haben die Füllung - bestehend aus Weißbrotwürfeln, Stangensellerie, Zwiebeln, Karotten, Thymian, Geflügelbrühe und Butter - in einer Auflaufform gemacht. Der Gedanke sie in den rohen Vogel zu geben und am Schluss nicht sicher zu sein, ob wirklich alles durchgegart ist, war mir zu unsicher. So mussten wir einfach nach drei Stunden alle halbe Stunde das Fleischthermometer in den Vogel pieksen und schauen, ob er gar war. In unserem Fall bei 165° Grad Fahrenheit (74°C).

Hier ein Bild vom "Stuffing" (Füllung). Das erinnerte vom Geschmack an Semmelklösse, war aber knuspriger. Hätte ich es im Truthahn mitgegart, wäre es sicherlich matschiger geworden.

 

Preiselbeersauce

Die Preiselbeersauce ist man zum Truthahn. Sie schmeckt so ähnlich wie Preiselbeermarmelade in Deutschland, die man zum gebackenen Camembert ist, aber bitterer. Ich habe frische Preiselbeeren gekauft. Die seht ihr auch auf dem Tisch als Deko liegen. Preiselbeeren schmecken im rohen, ungesüßten Zustand wirklich nicht gut. Ein Komiker hat mal gesagt "Preiselbeeren schmecken, wie Kirschen, die dich hassen." Das fand ich eine recht passenden Beschreibung. ;-) Aber wenn man sie mit Wasser, Orangensaft und ordentlich Zucker aufkocht bis sie platzen, dann schmecken sie zum Fleisch echt sehr lecker. (Rezept)

 

Maiskolben

Konni hat frische Maiskolben gekauft (noch in ihrem Blätterkleid), geschält, gekocht und hier seht ihr wie die Butter noch auf den Kolben zerläuft.

 

Mais Muffins

Sie hat auch Mais Muffins gebacken. Für uns Deutsche schmecken die eher wie ein Maiskuchen, aber für die Amerikaner ist das Brot sowieso immer etwas süß. Ich fand es ja unglaublich witzig, dass sie ganz unbewusst die richtigen Farbe für die Muffinförmchen gekauft hat. Konni vielen Dank fürs Backen und Maiskolben machen! :-) (Rezept)

 

Kartoffelpüree

Kartoffelpüree gehört ebenfalls zu einem traditionellen Thanksgiving Essen dazu. Dieser hier war sowas von gepimpt, wie es nur geht. Wir haben Kartoffeln mit dünner, roter Schale genommen und die muss man sehr gut putzen, aber dann kann man die Schale mitkochen und das gibt dann ein schönes Farbspiel im Püree. Dann kam noch Schnittlauch rein, Milch, Frischkäse, geriebener Parmesan und natürlich Butter. Für mich persönlich war dieser Kartoffelbrei so gut, dass ich mich hätte reinlegen können! Ich wünschte ihr könntet einen Löffel aus dem Foto raus probieren, so gut war das! Da hat Daniel eine besondere Püree-Begabung muss ich sagen. *daumenhoch* (Rezept)

 

Süßkartoffelauflauf

Ja, ihr habt richtig gesehen! Das sind tatsächlich kleine Marshmallows oben drauf. :-) Und ja, die Amerikaner essen das so. Zum ersten Mal habe ich Süßkartoffelauflauf vor sechs Jahren gegessen, als ich in Chicago gelebt habe. Ich fand das anfangs sowohl vom Aussehen, als auch vom Geschmack her befremdlich. Einfach weil das Ganze aussieht und schmeckt wie ein Nachtisch und es aber zur Hauptspeise gegessen wird. Aber diese Befremdlichkeit habe ich schnell verloren, weil ich diese süß-herzhaft Kombination unglaublich lecker finde (auch beim amerikanischem Frühstück, wo man Pfannkuchen zusammen mit Syrup und Speck und Ei ist). (Rezept)

Meine Version war noch etwas gepimpt zu den sonstigen Rezepten. Unten seht ihr die Süßkartoffelschicht. Da hatte ich die Kartoffeln im Ofen gebacken, abkühlen lassen und dann aus der Schale rausgelöffelt und gestampft. Dazu kam weißer und brauner Zucker, Milch, Eier und natürlich Butter, alles wurde vermengt und es kam in eine Auflaufform. Auf diese Schichte kamen Streusel (Butter, Zucker, Mehl) und Pekanüsse. Das macht, dass der Auflauf am Schluss auch etwas Knackiges dabei hat und nicht nur breiig ist. Das Ganze kommt dann in den Ofen für 30 Minuten und dann kommen die Minimarshmallows oben drauf und es geht noch mal für ca. 6 Minuten in den Ofen.

 

Grüner Bohnen Auflauf

Diese Beilage gehört auch zu einem klassischem Thanksgiving Essen dazu. Dabei handelt es sich nicht einfach um Bohnen, sondern blanchierte grüne Bohnen, die in einer Sahnesoße auf Butterbasis mit frischen Champignons fertig gekochte werden. Dazu kommt noch angebratener Speck und das Ganze wird mit gerösteten Zwiebeln garniert. (Rezept)

Die Zwiebelstreifen wurden dafür eine Stunde in Milch eingelegt und danach in einer Mehl-Gewürzmischung gewälzt und dann in Öl frittiert. Daniel war der Frittiermeister und auf dem Foto sehr ihr unsere Fritteuse. (Rezept)

 

Verdauungszeit ist Spielezeit!

Nachdem wahrscheinlich jeder viel zu viel gegessen hatte und den Gürtel eine Loch weiter stellen musste, spielten wir auf meinen Wunsch hin "Die 7 Weltwunder". Das ist ein ganz tolles Spiel, das so ähnlich wie "Die Siedler von Catan" ist, aber noch wesentlich komplexer und nicht so offensichtlich wer gewinnen wird. Daniel und ich waren die Einzigen die das Spiel kannten und die anderen haben geduldig gelernt. Die arme Britta sogar durch ihre Jetlag-Müdigkeit hindurch (danke Britta für dein Durchhalten!). Am Schluss war Felicia die Abräumerin und hat haushoch gewonnen. (Link zum Spiel)

 

Nachtisch

Und irgendwann war dann wieder etwas Platz im Magen und der Nachtisch wurde aufgetischt. Felicia hat einen Pumpkin Pie gemacht. Das ist der Kuchen der wie der Truthahn zu Thanksgiving gehört. Das absolute Muss. Feli vielen Dank, dass du ihn extra mit weniger Zucker gemacht hast, passend für die deutschen Geschmacksnerven.

Ich habe einen Pekanuss Pie gemacht.

Nur ein wönzigis Stöck von beiden Kuchen für mich... *fehltnurnochfeuerzangebowle*

Und wer wollte (und ich wollte) durfte noch heiße Schokolade mit Minimarshmallows trinken. Auch sehr, sehr amerikanisch und sehr lecker. Vor allem aus dieser süßen Tasse! ;-)

 

Rund, glücklich und dankbar

Vor dem Nachtisch haben wir eine Dankbarkeitsrunde gemacht. Jeder durfte sagen wofür er oder sie dieses Jahr dankbar war.

Ich bin dieses Jahr dankbar für so Vieles. Hier sind einige der Sachen:

  • Ganz besonders hat mich dieses Thanksgiving Essen gefreut. Eine fertige Wohnung zu haben, die wir Heim nennen dürfen und vier liebe Menschen einladen zu können und Gemeinschaft mit ihnen zu haben. Sogar das Extra für mich, dass wir 7 Weltwunder gespielt haben. DANKE ihr geduldigen Lerner!
  • Und so froh und dankbar bin ich, dass Gott diesen Blog genutzt hat, dass mich Felicia und Konni über das World Wide Web gefunden haben und wir uns jetzt kennen. Ich sage euch, Freunde sind in der Ferne unbezahlbar. Schon in Deutschland sind sie das, aber in der Fremde noch viel mehr!
  • Ich bin immer dankbar für meinen Mann Daniel. Er ist das Beste, das mir in meinem Leben widerfahren ist und mein größter Segen von Gott. Ohne ihn hätte ich nie so spürbar erfahren was bedingungslose Liebe ist. Danke mein Schatz, dass du mich so liebst und versuchst täglich meine Liebessprache zu sprechen (= Lob und Anerkennung).
  • Gott ist gut zu uns. Er hat uns hier nach New York geführt und wir sind glücklich hier. Ich spüre zum ersten Mal in meinem Leben echte Freiheit und lerne im Gespräch mit mir selbst und Gott immer mehr was meine Berufung für mein Leben ist. Ein Teil davon ist dieser Blog und für Menschen, die uns begegnen Essen mit viel Butter zu kochen.

Wofür seid ihr dankbar dieses Jahr? Lasst einen Kommentar da! Ich freue mich darüber. :-)

Von Herzen alles Liebe,

eure Kati

Ich freue mich, dass du meinen Blog entdeckt hast. Wenn du gerne neue Blogbeiträge direkt zu deiner Emailadresse geschickt bekommen möchtest, dann lade ich dich ein den heartfully done Blog in Deutsch kostenlos zu abonnieren

Noch Lust auf kleinere Häppchen zwischendurch?
Dann folge mir über Social Media.