Heute vor einem Jahr...

Hallo liebe Blog-Leser!

Heute vor einem Jahr hatte Daniel seinen ersten Arbeitstag im New Yorker Büro der Deutschen Bank. Und gestern vor einem Jahr haben wir unsere jetztige Wohnung gefunden, in die wir dann zwei Wochen später eingezogen sind.

Wall Street Nummer 60

Am 19. September letzten Jahres hatten wir beide unsere New York City Premiere und Daniel hatte sogar seine USA Premiere. Es reihen sich die "Heute vor einem Jahr"-Gedanken aneinander und obwohl es sich noch nicht wie ein Jahr anfühlt wird man schon alleine durch die Deko in den Geschäften daran erinnert, dass Halloween und Thanksgiving sich nähern und dass es aufs Ende des Jahres zugeht.

Wir sind dankbar für die letzten 12 Monate und was wir erlebt und gelernt haben. Es tut mir Leid, dass es so ruhig hier auf dem Blog war, aber das hat damit zu tun, dass ich arbeits- und lebenstechnisch sehr eingespannt bin (was ja an sich eine sehr gute Sache ist) und einfach keine Kapazität zum Schreiben übrig hatte. 

Wie geht es euch denn?

Daniel und mir geht es gut. Bei Daniel läuft es wie immer auf der Arbeit. Er hat viel zu tun und findet es herausfordernd genug Schlaf zu kriegen. Dass es Arbeitnehmer in Deutschland wesentlich besser haben (zumindest bei der Deutschen Bank), als hier in den USA kann ich immer mehr als gegeben annehmen und finde mich damit ab. Er hat aber sehr nette Kollegen und wir waren schon bei einem Kollegen und dessen Familie in New Jersey zum Abendessen eingeladen. Das war echt sehr interessant, weil diese Familie nämlich orthodoxe Juden sind und ich noch nie eine solche Familie besucht und mit ihnen gegessen hatte (natürlich koscheres Essen). 

Einen anderen Kollegen von Daniel und dessen Frau hatten wir bei uns daheim zu Besuch und konnten ein drei Gänge Menü auftischen und ihnen danach noch das Kartenspiel Bohnanza beibringen. Das war auch wirklich schön! Und so kamen auch endlich mal unsere Weißwein, Rotwein und Wassergläser in Gebrauch, die wir uns zur Hochzeit gewünscht hatten und die bis jetzt so gut wie ungebraucht im Schrank standen.

Auch andere Freunde konnten wir schon zum Essen einladen und das ist wirklich ein großes Zeichen davon, dass wir immer mehr ankommen. Wenn man nicht nur überlebt und funktioniert, sondern sich überlegt was man für andere kochen kann und den Tisch schön decken kann, dann ist das ja äußerst positiv finde ich! :-)

Anbei zwei Bilder von Daniel und mir während der Gemeindefreizeit Upstate New York. Das heißt nicht in New York City, sondern im Bundesstaat New York - ca. 1 3/4 Autostunden von unserem Wohnort.

Neben dem sehr vollen und oft stressigen Alltag waren die Gemeindefreizeit und die unterschiedlichen Essensbesuche echt schön. Im August konnten wir Daniels Familie für eine Woche besuchen und ihnen auch gleich noch Bohnanza beibringen (ihr seht ich bin auf einer Mission ;-).

Weil wir noch ca. 15 kg Platz in unseren Koffern auf dem Heimweg hatten, waren wir bei Lidl (in Portugal gibt es keinen Aldi, aber dafür Lidl) und ich habe ständig gesagt "oh schau mal, wie günstig das hier ist!" Einige Sachen (aber kein Klopapier - weils zu viel Platz wegnahm) haben wir eingekauft. Auf dem Foto wieder ein mal ein typisches Klopapierbild. Der sympathisch grinsende Mann ist Daniels Vater. ;-D

In meinen vier Wänden

Obwohl wir in NYC wohnen bin ich fast nie in Manhattan unterwegs, sondern sitze jeden Tag an meinem Schreibtisch und plane Workshops, bereite sie vor, designe Projekte dafür, lade Menschen ein, fertige Aufträge für Karten an... Ich habe beständig etwas zu tun, aber oft kommt es mir vor, als würde so viel Zeit, Herz und Kraft hineinfließen, aber nicht so viel dabei herauskommen. Selbstständige Unternehmerin zu sein ist einerseits aufregend, aber auf der anderen Seite muss ich immer am Ball bleiben und wenn etwas nicht läuft, dann umsatteln und einen anderen Weg ausprobieren. Für mich als Gewohnheitstier ist das häufig frustrierend, aber ich habe dadurch auch eine große Freiheit und Beweglichkeit. Ich sage mir, dass ich weiterprobiere nach der Versuch-Irrtum-Methode und den Rest und überhaupt das Ganze immer wieder in Gottes Hände lege.

In die große Stadt

Zwischendrin verlasse ich aber doch mal unsere Nachbarschaft und mache mich mit dem Bus und danach mit der U-Bahn auf den Weg Richtung Manhattan, um mich mit meiner Freundin Feli zu treffen und einfach mal raus zu kommen. Diese Bilder sind dabei heute vor einer Woche entstanden. Ein sehr sonniger Tag mit immer noch 27°C (im Vergleich mit 18°C jetzt grade mit vielen grauen Wolken und so gut wie keiner Sonne). Ich stehe direkt am East River und kann am anderen Ufer die Skyline von Manhattan sehen.

Auf dem Heimweg zur U-Bahn dann noch ein kurzer Blick aufs Empire State Building, das an diesem Abend in rot und weiß leuchtet.

So ist mein Leben ziemlich voll mit den unterschiedlichsten Gefühlen, Gedanken und Kontrasten - schön und hässlich, heimelig und unheimlich, langweilig und stressig, eintönig und äußerst vieltönig- ja sogar laut, manchmal einsam ein anders Mal umzingelt. Ich habe noch immer das Gefühl, dass das der Platz ist an dem wir grade sein sollen und in den wir weiter hineinwachsen und unsere besondere Würze dazugeben. Meine Berufung kann ich immer noch nicht in einem Satz mit 100%iger Sicherheit auf ein Blatt Papier schreiben, aber ich merke, dass ich mich ab und zu annähre und mir selbst mehr auf die Spur komme. Das ist auch ein gutes Zeichen finde ich und darüber bin ich froh.

Ich schicke euch allen ganz herzliche Grüße! 

Ich denke an sehr viele von euch im Einzelnen und wenn ihr für mich beten wollt, dann sind eure Gebete immer willkommen! Danke dafür!

Eure Kati

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