Unser erstes Weihnachten in New York

Hallo liebe Blog-Leser!

Jetzt kommt der heißersehnte Beitrag über unsere Weihnachtsfeier(n) in New York. Wie ich bereits im letzten Blogbeitrag erzählt hatte, konnte sich Daniel für den 24. einen halben Urlaubstag nehmen und so hatten wir die Möglichkeit nachmittags mit unseren Familien in Deutschland und Portugal zu skypen. Schon wirklich toll, was die Technik alles möglich macht! Es war schön, dass wir wenigstens so miteinander reden konnten.

Um 17 Uhr wurden wir von Familie Delgado abgeholt. Draußen gab es nicht eine Schneeflocke, sondern es regnete wie aus Kübeln. Familie Delgado sind Verwandte von Freunden von Daniels Familie in Portugal. Sie wohnen ca. 20 Minuten mit dem Auto von uns entfernt in Long Island. Ich glaube sie leben seit ca. 25 Jahren in den USA und haben sich schon total auf die amerikanischen Weihnachtsdekorationen eingestellt. 

Das Haus und sein weihnachtlichen Vorgartenbewohner:

Der Vater erzählt auch wie viel Arbeit es ist, die ganzen Lichter anzubringen, aber er mag das so gerne und deshalb macht er sich jedes Jahr die Mühe *sehrsüß*.

Mein Highlight war das Wohnzimmer! Der Baum üppig geschmückt, darunter ein Grippe und um diese noch eine fahrende Eisenbahn mit den Klängen "We wish you a Merry Christmas". Herrlich! (Nur den Weihnachtsmann da rechts in der Ecke finde ich ein bisschen gruselig).

Wenn ich groß bin möchte ich auch mal einen Kamin haben an den ich solche personalisierten Weihnachtsstrümpfe hängen kann!

Mir ist aufgefallen, dass ich gar kein Gruppenfoto von der ganzen Partyrunde habe. Irgendwie war das einfach zu wuselig, um sowas hinzukriegen. Es waren mit Daniel und mir 11 Erwachsene da und 7 Kinder! Die Delgados haben nämlich schon Enkelkinder und dann war auch noch der Schwager aus Florida da und dessen Söhne mit Frauen und Enkelkindern.

Da herrschte ein ganz schöner Lautstärkepegel! Sowas bin ich gar nicht mehr gewöhnt, weil bei mir in der Familie alle schon älter sind und die Enkelkinderphase noch nicht gestartet hat.

Immerhin habe ich dran gedacht einen Teil des Essens zu fotografieren. ;-)

Zu Beginn gab es eine portugiesische Fischsuppe, die typisch für Weihachten ist (Kabeljau, Grünkohl und Brotstückchen).

Wir durften am Erwachsenentisch sitzen (danke dafür!) und Daniel hat die ganze Zeit mit Manuel und dessen Schwager Portugiesich geredet, guten Rotwein getrunken, seinen geliebten Kabeljau gegessen und noch fleißig alles mit gutem Olivenöl übergossen. Als er die erste Gabel nahm, sagte er, dass es schmeckt wie daheim zu sein. Ich habe mich wirklich sehr für ihn gefreut. Mir hat's auch gut geschmeckt, aber Heimat schmeckt für mich natürlich anders (oh nein ich muss wieder an Weihnachten-aus-der-Tube denken).

Kabeljau, Kartoffeln und Grünkohl. Die passende Soße dazu ist ordentlich viel Olivenöl.

Es gab auch diese Teigtaschen, die entweder mit Fleisch gefüllt sind oder mit Shrimps (auch portugiesisch).

Es gab noch wesentlich mehr, was ich mal versuche aufzuzählen: Schweinerippchen, Spanferkel, Reis, Süßkartoffelauflauf, rote Beete, Rinderbraten ...

Nach dem Abendessen gab es eine längere Pause. Eins der Enkelkinder veranstaltete eine kleine Zaubershow, die wir anschauten. Später saßen wir mit den Älteren in der Küche zusammen und redeten übers Auswandern nach Amerika und wie es ihnen vor über 20 Jahren ergangen ist.

Und dann folgte der Nachtisch. Im wahrsten Sinne des Wortes war es ein Tisch voller Nach(tisch). Es war so viel, dass ich noch nicht mal von allem ein winziges Stück probieren konnte! Und alles war selbstgemacht (sowie auch das Abendessen). Das ist in den USA gar nicht selbstverständlich, weil viele Leute sich hauptsächlich von Fertigprodukten ernähren.

Währenddessen füllte sich das Wohnzimmer mit immer mehr Geschenken und einer der Erwachsenen verkleidete sich als Santa Claus und lief ums Hause herum, um die Vorfreude der Kinder noch zu erhöhen. Ein Teil der Leute tauschten ihre Festkleider mit bequemen Schlafanzügen (sehr interessant, dass sie das taten, obwohl wir als Fremde da waren - aber vielleicht sehen sie das eher als eine Art Jogginganzug an oder so). Es war wirklich unfassbar wie viele Geschenke die Enkelkinder bekamen! Von ihren Eltern, den Tanten und Onkeln, von der Großtante und dem Großonkel! Das kleine Mädchen hat jetzt alles von "Disney's Frozen" was auf dem gesamten Markt existiert (naja zumindest gefühlt alles). Für mich war diese starke amerikanische Geschenkekultur auf jeden Fall ein Kulturschock - alles etwas zu viel für mich persönlich. Für Daniel war das nicht so krass.

Sogar Daniel und ich wurden beschenkt! Die Pfannen und die Schüsseln bekamen wir von Familie Delgado, dazu noch Überraschungspralinen von Daniels Familie aus Portugal.

Tja und dann kam DER Moment! Der Freund der jüngeren Tochter machte ihr vor versammelter Mannschaft einen Heiratsantrag und sie sagte "JA"! Hammer, oder?! Das war wirklich mal DAS Highlight schlecht hin! Dass wir bei so einem besonderen Moment dabei sein durften, war wirklich schön. Und ich ziehe meinen immaginären Hut vor dem Antragsteller, dass er so viel Mut hatte und vor allen gefragt hat!

Wir blieben bis nach 23 Uhr und dann ging's zurück nach Hause.

Da es so viele Reste gab, packte uns Mama Delgado noch alle diese Sachen ein! Das war vielleicht ein Luxus und so mussten wir am 25. nicht mal etwas kochen. :-)

Auf dem Heimweg fuhren wir an diesem Haus vorbei und das ist bis jetzt meine Nummer 1 an amerikanischer Deko! Vor allem links die Schneekugel, in der wirklich Schnee rieselte!

Am 25. hatte Daniel frei und wir konnten den ganzen Tag entspannen und abends liefen wir zur Familie Park. Das sind nur 15 Minuten zu Fuß. Wir feierten zusammen mit der Pastorenfamilie und waren eine wesentlich kleinere Runde. Da die Kinder aber schon alt genug waren, um alleine spielen zu können, konnten wir uns als Erwachsene nach dem Abendessen lange unterhalten. Das war echt schön und ich war froh, dass es weniger Turbulent zuging.

Auch hier gab es Massen an Essen. Aber gar nicht wie gedacht Koreanisch, sondern amerikanisches Essen:

Barbecue Rippchen, Kartoffelbrei, Mais, Maisbrot, Lachs, Rosenkohl mit Speck, Bohnen, unterschiedlicher Reis. Es war super lecker und Daniel aß und aß. Ich war noch so voll vom Vortag, dass ich nur das aß, was ihr auf dem Bild seht.

Zum Nachtisch hatten die Mutter und die Kinder diese Cupcakes gemacht. Ich habe nur einen kleinen geschafft, weil ich einfach zu voll war. Aber auch hier haben wir zwei riesige Tupperdosen mit Resten mit nach Hause bekommen! :-) Da hatten wir dann für die ganze restliche Woche genug zu essen. ;-)

Am 26. musste Daniel wieder arbeiten, aber am Samstag, den 27.12 machten wir uns auf  nach Manhattan um den großen Weihnachtsbaum am Rockefeller Center anzuschauen. Das kennt ihr bestimmt von dem Film "Kevin allein in New York". Am Schluss des Filmes geht er dort zum Weihnachtsbaum und seine Mutter findet ihn dort.

Es waren unglaublich viele Menschen dort und wir kamen nur in kleinen Schritten voran.

Aber irgendwann standen wir dann fototechnisch gut und haben diesen Selfie mit dem Baum gemacht.

So sieht das Ganze ohne uns aus. Diese goldene Statue, dann der riesige Baum und die Eislaufbahn unten drunter.

 Sicherlich sieht das nachts bombastisch aus, aber als es dunkel wurde, waren wir schon am Times Square und sind von da aus nach Hause zurück gefahren.

Es war wirklich ein tolles Weihnachten. Sozusagen von Null auf Hundert habe ich so viel Leute um mich gehabt, dass ich micht diese Tage nicht einmal einsam gefühlt habe.

Nach all dem Trubel sind wir dann krank geworden... War vielleicht ein bisschen verrückt, dass wir am Samstag noch den Sightseeing Tag eingebaut haben, aber wir wollten so gerne den Baum sehen. Und wir sind auch froh, dass wir mal wieder etwas von der Stadt gesehen haben. :-)

Ich schicke euch viele (hustende) Grüße (Daniel geht's schon wieder besser),

eure Kati

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